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2 Grundlegende Darstellung von Absolute-Return-Strategien

2.1 Absolute Return Approach und Abgrenzung zu traditionellen Anlageformen

2.1.1 Zielsetzung, Eigenschaften und Anwendung des Absolute Return Approach

2.2 spezifische Kriterien fr Absolute-Return-Strategien

2.2.4 Unkorreliertheit zu Renditen traditioneller Märkte

3 Detaillierte Analyse von Absolute-Return-Strategien

3.1 Systematisierung von Absolute- Return Strategien

3.2 Spezielle Untersuchung der Event Driven Strategien

3.2.1 Gemeinsamkeiten aller Event Driven Strategien

4 Grenzen von Absolute-Return-Strategien und kritische Abschlussbetrachtung

4.1 Anlegerrisiko und Kritik an Absolute-Return-Strategien

4.2 Tradeoff zwischen Downside Protection und Upside Participation

Abbildung 1: Systematisierung des Anlageuniversums

Abbildung 2: Vergleich verschiedener Renditeprofile

Abbildung 3: Systematisierung ausgewählter Strategien

Abbildung 4: Risiken in Absolute-Return-Strategien

Bereits seit Ende der 70er Jahre hat sich mit der Globalisierung, dem Wachstum und der Liberalisierung der Finanzmärkte die Anfälligkeit fr Turbulenzen und Finanzkrisen erhöht. Die US-Hypothekenkrise des vergangenen Jahres fhrte weltweit zu einem hohen Kursverfall an den Aktienmärkten und nach Schätzungen der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) damit zu Verlusten in Höhe von 50 Billionen Dollar bei den Anlegern.[1]Damit rckt das originäre Motiv der Geldanlage, nämlich die Erzielung absolut positiver Renditen, wieder stärker in den Fokus der Investoren.[2]

Die Investmentbranche trägt diesen veränderten Anlegerbedrfnissen durch die Entwicklung vielfältiger Anlagekonzepte Rechnung, die zur Abgrenzung von traditionellen Anlagekonzepten mit den Attributen Absolute Return oder Total Return versehen werden[3]. Damit ist in den letzten fnf Jahren der Markt fr in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Absolute Return Produkte um durchschnittlich 37% pro Jahr gewachsen und umfasst nun ein Volumen von mehr als 33 Milliarden Euro.[4]Verstärkt wird diese Entwicklung in Deutschland durch die Liberalisierung des Marktes im Zuge des Investmentmodernisierungsgesetzes von 2004, das erstmalig den Einsatz von Derivaten in Fondskonzepten sowie bei Pensionseinrichtungen und Versicherungen erlaubt.[5]

Diese starken Wachstumsraten werfen die Frage auf, mit welchen Strategien absolute Erträge erwirtschaftet werden und ob dieses Anlagekonzept eine ernsthafte Alternative zum benchmarkorientierten Portfolio Management darstellt. Die vorliegende Arbeit beleuchtet ausgehend von dem von Dichtl und Schlenger (2009) verfassten Aufsatz Absolute Return: Theorie und Empirie am Beispiel der Best-of-two Stragie das Konzept des Absolute Return Versprechens näher. Ziel ist es, den Ansatz und die zentralen Strategien, mit denen Anbieter von Absolute Return Produkten diesem Anspruch gerecht werden, darzulegen und abschließend kritisch zu wrdigen.

Dazu wird im 2. Kapitel zunächst eine begriffliche Abgrenzung des Absolute Return Approach zu traditionellen Anlageformen vorgenommen, um dann abgeleitet aus dem Anlegerinteresse Zielkriterien fr Handelsstrategien zu definieren und zu erläutern. Im 3. Kapitel folgt eine Systematisierung zentraler Strategien und Substrategien sowie eine ausfhrliche Darstellung einer ausgewählten Strategie (Event Driven). Im 4. Kapitel werden Grenzen des Absolute Return Approach und der Strategien aufgezeigt, wobei besonderer Fokus auf dem Risikoverständnis eines Absolute Return Anlegers liegt. Schließlich werden im 5.Kapitel die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassend dargestellt, kritisch betrachtet und ein Ausblick gewährt.

2 Grundlegende Darstellung von Absolute-Return-Strategien

2.1 Absolute Return Approach und Abgrenzung zu traditionellen Anlageformen

2.1.1 Zielsetzung, Eigenschaften und Anwendung des Absolute Return Approach

Grundsätzlich ist ein Absolute Return eine Rendite größer als null, d.h. positiv.[6]Unter diesem Schlagwort werden eine Vielzahl unterschiedlicher Anlagekonzepte angeboten. Dennoch fehlt eine allgemeingltige Definition von Absolute Return Investments.[7]Im Fokus aller Bestrebungen steht der Versuch möglichst stressresistente Portfolios zu erhalten, d.h. die Performance zu glätten, ohne dabei auf Renditechancen zu verzichten (Downside Protection, Upside Participation).[8]Kern zur Erreichung dieses absoluten Renditezieles ist die Beimischung möglichst unkorrelierter Risiken durch die Erweiterung des Anlageuniversums auf strategischer Ebene einerseits und die Implementierung taktischer Handelsstrategien andererseits, die im Rahmen dieser Arbeit näher erläutert werden.[9]Absolute-Return-Strategien orientieren sich zunächst am Geldmarkt, dessen Ertrag zwar risikolos ist, aber an die Zielrendite der meisten Anleger nicht heranreicht. Höhere Renditen lassen sich nur mit dem Eingehen höherer Risiken erzielen. Neben traditionellen Assetklassen (Aktien, Anleihen, Geldmarktprodukte) haben Absolute Return Produkte die Möglichkeit auch in Rohstoffe, Edelmetalle oder Währungen zu investieren und erhöhen dadurch ihre Flexibilität (hohes Diversifikationspotenzial).[10]Außerdem lassen sich Portfolios durch den Einsatz derivativer Instrumente, einerseits Absichern (z.B. durch Optionen, Leerverkäufe)[11]und andererseits Handelsstrategien effizient umsetzen (z.B. Fremdkapitalfinanzierte Investments zum Hebeln der Erträge: Leverage).[12]Darberhinaus werden Derivate gezielt auch zur Spekulation (Trading) eingesetzt, indem Manager[13]auf zuknftige (vermutete) Preisunterschiede setzen, um später den Differenzbetrag vereinnahmen zu können.[14]Anwendung findet der Absolute Return Approach und seine Strategien insbesondere bei Hedgefonds und Managed Futures oder in sogenannten Absoluten Return Fonds[15]Die Literatur liefert keine konsistente Abgrenzung der Konzepte oder eine eindeutige Definition. Da beide die Erwirtschaftung absoluter Erträge unabhängig vom Marktumfeld zum Ziel haben, werden die Begriffe (insbesondere in der englischsprachigen Literatur) häufig synonym verwendet.[16]

Absolute-Return-Strategien kommen bei alternativen Investments zum Einsatz, was impliziert, dass man sich von traditionellen Investments abgrenzt:

Abbildung 1: Systematisierung des Anlageuniversums

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Ineichen (2003)[17]

Da sie weder auf eine bestimmte Assetklasse noch auf eine bestimmte Strategie festgelegt sind, sind Absolute Return Produkte gekennzeichnet durch eine große Flexibilität.[18]Weitere Charakteristika Alternativer Investments ist geringe Liquidität, beschränkte Transparenz und geringe Korrelation zu Aktienmärkten, auf die im Folgenden eingegangen wird.[19]

Traditionelle Investments verfolgen einen Benchmark Approach, d.h. sie verfolgen relative Ertragssziele (Relative Return) und messen ihre Performance im Vergleich zu einer Benchmark (z.B. einem Index). Es wird ausschließlich auf steigende Märkte gesetzt (sog. Long-Only bzw. Buy- and-Hold Ansatz genannt). Dadurch dass Manager eines Absolute Return Produkt nicht lediglich eine Benchmark replizieren mssen, im Gegensatz zu traditionellen Investmentfonds, sind ihre Fähigkeiten der entscheidende Faktor. Man unterscheidet daher traditionelle Market Based Strategien, die sehr stark mit der Entwicklung der Finanzmärkte korrelieren von Skill Based Strategien, wie die Absolute-Return-Strategien,[20]deren Entwicklung von den individuellen Fähigkeiten des Managers abhängt.[21]Im Vordergrund aller Alternativen Investmentstrategien stehen daher immer die besonderen Talente und Fähigkeiten des Managers[22]spezifische Informationsvorsprnge zu erlangen und effizient (gewinnbringend) zu implementieren.[23]Eine derartige Strategie wird als aktives Investment genannt, während die bloße Replikation einer Benchmark mit dem Ziel möglichst geringer Abweichung als passive Anlagestrategie bezeichnet wird.[24]

[2]Vgl. o.V. (2009), Ausgedient und Kleine (2009), S.11-

[3]Vgl. Spremann et al. (2005), S.197 und Rohweder (2004), Reaktion

[11]Leerverkäufe (auch shortselling genannt) gelten als wesentliches Schlsselmerkmal von Absolute-Return-Strategien: Unter bestimmten Voraussetzung kann ein Shortseller, der von fallenden Kursen ausgeht, sich ein Wertpapier gegen ein Pfand (Margin) und Zinsen am Markt leihen. Bei einem Kursrckgang, kann es billiger zurckgekauft, dem Verleiher zurckgegeben werden und Differenz zwischen Verkaufs- und Wiederbeschaffungskurs abzgl. Zinsen vereinnahmt werden, vgl. hierzu ausfhrlicher Krauter (2006), S.94-

[13]Der Manager (Fondsmanager) verwaltet das Anlageprodukt und setzt Handelsstrategien um.

[15]Anlagefokus der Managed Futures sind Rohstoffe, die an Warenterminbörsen gehandelt werden, vgl. hierzu ausfhrlicher Weber (2004) S.48f., sowie Fung et al. (1997), S.

Absolute Return, Total Return, Asset Allocation, Investment Strategien

,2009,Absolute-Return-Strategien,Mnchen,GRIN Verlag,

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